Sonntag, 20. Januar 2019

My 2 Cents - Marie Kondo

Nachdem man ja momentan in meiner Filterblase nicht drum rum kommt von ihr zu hören, habe ich mich jetzt dazu durch gerungen und die Aufräum-Serie auch mal angeschaltet.
 Und vielleicht bin ich zu abgestumpft, aber ich muss sagen ich war in jeder Beziehung unterwältigt. Hatte ich doch sowohl von begeisterten Aufräumern als auch shitstorms über die Serie und das dargestellte Frauenbild gelesen. Also hatte ich erwartet, dass ich mich entweder so richtig schön aufregen kann, oder bald die Wohnung auf Vordermann bringe. Nichts dergleichen.

Zu sehen bekam ich eigentlich nur eine ziemlich müde Reality Show.
Zugegeben in der ersten Folge war ich schon etwas geschockt, vor allen Dingen als ich das Wohnzimmer sah: Wofür zur Hölle brauchen die einen Aufräum-Berater in dem weiß geleckten Wohnzimmer mit Deko-Elementen auf der Anrichte?
Und als der Ehemann sagte, er fände es doof, dass sie eine Wäschefrau bezahlen, wollte ich ihm auch entgegen rufen: Dann mach es halt selber.
Aber das war es für mich dann schon mit der Aufregung. Klar scheint hier die Mehrarbeit des Haushalts an der Frau zu hängen so viel reality halt. Gleichzeitig: Ich habe jetzt nicht mitbekommen, dass die gute Frau Kondo auch nur irgendwie angedeutet hätte, dass diese Ordnung halten Nummer irgendwie Frauensache ist. Eher im Gegenteil, in einer späteren Folge mit älteren Kindern, sagt sie eigentlich recht klar, dass jeder für seinen Kram verantwortlich zu sein hat.
In der Folge allerdings hätte ich zu gerne die Mutter mal durchgeschüttelt, als sie sinngemäß sagte: Mütter sind doch dafür verantwortlich ein schönes zu hause und schöne Erinnerungen zu schaffen. Nein, meine Liebe die Familie ist dafür verantwortlich, nicht die Mutter. Dabei dann schon etwas schockierend, dass ihr daneben sitzender Mann ihr nicht widerspricht. Tja nun.

Aber mehr als ein Kopfschütteln kommt da auch nicht bei rum.
Was das aufräumen angeht. Mega unterwältigend. Wirf alles auf einen Haufen und sortiere dann raus was du haben willst. R-E-V-O-L-U-T-I-O-N-Ä-R.
Jetzt heißt es halt nicht mehr: Behalte was dir gut tut. Sondern, was deinen Joy sparkt. Da fand ich Rory Gilmores Aufräum-Methode "Sortiere alles aus, was dir peinlich wäre bei einem Autounfall zu tragen" einen interessanteren Ansatz. Und es gibt halt schlicht und einfach Sachen die man braucht, auch wenn sie einem keine Freude machen. Hygieneartikel zum Beispiel, Die Akten mit Versicherungsunterlagen, meinen Nahttrenner. No joy sparking for me there.
Ja, die Faltmethode für die Klamotten ist vielleicht nicht schlecht, ich habe es ausprobiert und meine Unterhemden sind jetzt in schönster Kondo Ordnung. Vielleicht mache ich das auch mal mit anderen Klamotten. Aber so richtig was Besonderes finde ich das auch nicht. Überhaupt besteht ja der Großteil der Aufräumerei bei Ihr darin Dinge in Kisten zu packen.  Pack Dinge in Kisten verstau die Kisten anständig und du hast Ordnung. Mindblowing. Fotos kannst Du in Kisten packen, besser ist ein Fotoalbum. Jap. Macht halt Sinn.

Damit die Sache dann noch ein bisschen esoterisch wird, hat sich die Marketingabteilung ausgedacht, dass sich Frau Kondo vor der ganzen Nummer noch dem Haus vorstellt. Sie spürt erst mal den besten Platz dafür setzt sich dann auf den Boden und schließt die Augen und.. ja was nur? Und wie das dann für die Reality show dazu gehört haben alle Tränen in den Augen anstatt wie normale Menschen verunsichert zu überlegen, wen man da eigentlich in sein Haus gelassen hat. Es gehört halt auch Show zu einer Show, aber selbst das ist so zurückhaltend, dass es weder besonders zum aufregen oder Beigeistern einlädt.
Ich konnte weder schimpfen noch hat mir das jetzt großartig was Neues gebracht. Zum ausmisten anregen tut es sicher. So wie Kochshows halt zum kochen, Und Sewing Bee zum nähen.

Auf meiner Watchlist wird es jedenfalls nicht landen, dafür sparked es mir nicht genug joy.

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